Import- & Roster-Regelungen im europäischen American Football
Übersicht & Zielsetzung
Um Chancengleichheit, Nachwuchsförderung und ein hohes athletisches wie taktisches Niveau im europäischen Semi-Profi- und Profi-Football zu gewährleisten, unterliegen die Franchises in Ligen wie der AFLE (American Football League Europe), der EFA (European Football Alliance) und der ELF (European League of Football) strikten Kader- und Import-Begrenzungen.
1. Kadergrößen (Roster Limits)
Die Obergrenzen für Mannschaftskader sind in drei Stufen strukturiert:
- Gesamtkader (Total Roster): Maximal 65 Spieler (eingetragene Lizenzspieler der Franchise).
- Aktiver Kader (Active Roster): Maximal 53 Spieler (trainings- und spielberechtigter Kader für die Saison).
- Spieltagskader (Gameday Roster): Maximal 48 Spieler (umfasste Spieler am jeweiligen Spieltag).
2. Roster-Kategorien & Import-Quoten
Spieler werden anhand ihrer Herkunft, Ausbildung und bisherigen College-/Profi-Erfahrung in vier Hauptkategorien unterteilt:
A. Homegrown (H)
- Definition: Spieler, die das Footballspielen im Heimatland der jeweiligen Franchise erlernt haben oder über die Staatsbürgerschaft des Franchise-Heimatlandes verfügen.
- Bedeutung: Homegrown-Spieler bilden das physische und kulturelle Fundament des Kaders (ca. 70–80 % des Gesamtkaders).
- Sonderregeln: Im Spielbericht werden herausragende Leistungen von H-Spielern im Homegrown-Spotlight gewertet.
B. American Import (A-Import)
- Definition: Spieler mit US-amerikanischer, kanadischer, mexikanischer oder japanischer Staatsbürgerschaft sowie Spieler mit US-College-Erfahrung (NCAA Division I/II/III).
- Begrenzung:
- Maximal 4 A-Imports im aktiven 53-Mann-Kader.
- Maximal 2 A-Imports gleichzeitig auf dem Feld (On-Field Limit) pro Spielzug.
- Typische Positionen: Quarterback (QB), Wide Receiver (WR), Defensive Back (DB), Linebacker (LB).
C. European Import (E-Import)
- Definition: Europäischen Spielern aus anderen europäischen Ländern (außerhalb des Heimatlandes der Franchise).
- Begrenzung: In der Regel maximal 6 bis 8 E-Imports im aktiven Kader.
- Ziel: Förderung des europäischen Spieleraustauschs und der Leistungsdichte auf dem Kontinent.
D. International Import (I-Import)
- Definition: Spieler aus Nicht-EU- und Nicht-US-Ländern (z. B. Australien, Neuseeland, Südamerika, Afrika).
- Regelung: Fallen je nach Verband/Liga entweder unter E-Import-Quoten oder eigene Sonderzertifikate.
3. Liga-Spezifische Besonderheiten
| Liga | Total Roster | Active Roster | Gameday Roster | A-Import Cap | A-Import On-Field Limit |
|---|---|---|---|---|---|
| AFLE | 65 | 53 | 48 | 4 | 2 |
| EFA | 65 | 53 | 48 | 4 | 2 |
| ELF (historisch) | 65 | 53 | 48 | 4 | 2 |